Historie des Taschentuchs
Wo und wann die ersten Taschentücher erfunden wurden, kann bis heute nicht eindeutig nachgewiesen werden.
Bekannt ist nur, dass es Schnupftücher schon lange vor der Zeitwende in China und bei den alten Römern gab. Allerdings waren das keine Tücher, die ausschließlich zum Naseputzen verwendet wurden. Die Chinesen hatten bereits leichte Leinentücher, die eigentlich als Kopfschutz gegen die Sonne bei Feldarbeiten dienten, und bei den alten Römern gab es die so genannten Schweißtücher. Das Schnäuzen der Nase mit diesen Tüchern galt aus damaliger Sicht eher als eine praktische, wenn auch nicht gerade ästhetische und hygienische Zweitnutzung.
Doch dieser erste Ansatz einer zivilisierten Nasenhygiene ging mit dem Untergang des römischen Reiches verloren.
Dennoch gab es in Europa Taschentücher. Dabei handelte es sich aber um ein modisches Zubehör. In Deutschland nannte man diese kleinen, meist aus reiner Seide gewebten und mit Gold –oder Silberfäden verzierten Tüchlein „Fazilettlein“. Sie waren nicht zum Naseputzen vorgesehen, sondern dienten ausschließlich zum Koketieren. Bis zum 19. Jahrhundert gehörten sie zur Aussteuer einer wohlhabenden Braut.
Abgeschaut hatte man jenes Accessoire von den ersten Spitzentaschentüchern, die Mitte des 16. Jahrhunderts in England kreiert wurden. Diese Taschentücher nannte man damals Liebeschleifen, weil sie in der Regel mit dem Monogramm der geliebten Personen versehen waren und an einer Ecke ein kleines Schleifchen, die so genannte Troddel, hing.
Das besondere aber an den Tüchern war, dass Sie alle das gleiche Seitenmaß, nämlich zehn Zentimeter, besaßen. Diese Größe hatte man dem Verwendungszweck angepasst, denn die Herren trugen die Liebesschleifen hinter dem Hutband und die Damen (versteckt) an ihrem Busen.
Nachdem Ende des 16. Jahrhunderts die ersten Manierbücher erschienen und das Abwischen der Nase am Hemds- oder Jackenärmel als unfein deklariert wurde, kamen die heute bekannten Taschentücher auf. Zunächst hatten sie keine einheitliche Form. Das änderte sich am 2. Juni 1785. An diesem Tag erließ der französische König Ludwig XVI. (1754-1793) ein Dekret zur Form von Taschentüchern.
Das Gesetz legte fest, dass innerhalb der Grenzen von Ludwigs Reich die Länge eines Taschentuches gleich seiner Breite zu sein hatte. Animiert wurde der Monarch zu diesem Erlass angeblich durch seine Gemahlin Marie Antoinette, die das „ausufernde Chaos“ der verschiedenen Formen – dreieckig, rund, trapezförmig, vier- und mehreckig – der Taschentücher anstößig fand.










Für die Ureinwohner Neuseelands, die 
